Tomatenfieber

Darf ich vorstellen: Ruthje, Pilu und Black Cherry! Ganze 15 verschiedene Tomatensorten wachsen auf der Fläche der Solidarischen Landwirtschaft von dein Hof in Radebeul. Acht neugierige Tomatenliebaber trafen sich am letzten Samstag zum Seitentriebe-Seminar „ausgeizen“ und ließen sich von der Referentin Anne noch so einige Tomaten von den Augen nehmen… um sie dann im Mund verschwinden lassen zu können.

Anne erklärte uns die Anzucht und Bedürfnisse der bei uns recht neuen, südländischen Paradiesäpfel und beantwortete geduldig alle Fragen aus ihrem Tomatenerfahrungsschatz. Sie betonte die hohe Bedeutung der Sortenvielfalt auf dem Hof, denn jede Sorte hat andere Ansprüche und Resistenzen, so dass auch in ungünstigen Jahren immer noch etwas zum ernten da ist.

Vielfalt gab es auch beim – natürlich – Tomaten-Mittagessen. Tomatensoße, kalte Tomatensuppe, Tomatensalsa, Tomaten orientalisch und Tomaten-Mozarella-Salat ließen den Teilnehmerinnen die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten der Früchte wortwörtlich auf der Zunge zergehen.

Das die Wärme der letzten Wochen den Tomaten auf jeden Fall gefallen hat, konnten wir bei der anschließenden Beobachtungsaufgabe bei den Pflanzen im Freiland und im Folientunnel von dein Hof sehen. Clou und Black Plum draußen, Tica und Green Zebra drinnen. Die Farben-, Formen- und Größenunterschiede waren wirklich beachtlich und während die Tomaten draußen schon noch so aussahen, wie mensch sie aus dem Garten kennt, erklimmen die Pflanzen drinnen luftige Höhen. Anne zeigt uns am lebenden Objekt die wichtigsten Tomaten-Tätigkeiten im Sommer, nämlich wickeln, ausgeizen, entblättern und ernten. Gießen, nicht zu vergessen ;)

Während der erste Regen seit Wochen auf die Folienwand tropfte konnten wir genießen, was nach der Ernte kommt: Das Essen! Anne ließ uns von allen 15 Sorten probieren und beschrieb auch, was sie an den einzelnen Sorten mochte und wieso. Bei den letzten Stückchen Fleischtomate erklärte sie uns, wie man gängige Tomatenkrankheiten erkennt und ihnen durch günstige Wachstumsbedingungen und Pflanzenkräftigung vorbeugt.

Und wenn mensch dann seine Lieblingssorte herausgeschmeckt hat? Da dein Hof samenechte Sorten verwendet und Tomaten überwiegend selbstbestäubend sind können die Gärtner auch fürs nächste Jahr Saatgut von besonders schönen und gesunden Pflanzen herstellen, um so im nächten Jahr noch standortangepasstere Tomaten genießen zu können.

Und so schloss sich der Kreis von Anzucht, Pflege, Ernte, Essen und wieder Anzucht und wir Teilnehmer freuen uns schon auf die nächste Tomatensaison und neue, unbekannte Geschmackserlebnisse.

Runde Sache, so eine Tomate.


Fotos: Britta Pichler