Schnippel-Party

Im Kleinen Garten gab es am Samstag einen Workshop zu der Frage, wie man die Ernte haltbar machen kann.

Dazu unterhielten wir uns zunächst darüber, warum Haltbarmachen eingentlich so interessant ist: Unsere Antworten reichten von, es macht Spaß und ein eigenes Produkt ist kreativ und wertvoll, über die ökonomische Erparnis bis hin zu Versorungssicherheit und Unabhängigkeit.
Die Referentinnen Julia und Gesine haben beide seit Jahren die verschiedensten Techniken und Rezepte ausprobiert und konnten deshalb aus einem großen Erfahrungsschatz schöpfen.

Vor lustiger Hintergund-Musik vom zeitgleich stattfindenden Herbstfest am Wasaplatz, erklärten sie uns zunächst, welche verschiedenen Wirkweisen beim Haltbarmachen eingesetzt werden können.

Diese teilten sie in drei Gruppen:
– Physikalische Einwirkungen, durch die Keime abgetötet werden, oder ihre Vemehrung unterbunden wird (wie Einfrieren, Erhitzen, Trocknen, Lichtentzug oder UV-Strahlung)
– chemische Einwirkungen, durch die mikrobielles Leben unterbunden wird (wie das Hinzufügen von Säure, Zucker, Salz oder ähnlichem)
– biologische Einwirkungen, bei denen gewünschte gute Mikroorganismen bevorteilt werden, sodass sie das Lebensmittel vor Keimen schützen (wie bei der milchsauren Fermentation, alkoholischen Gärung oder dem Verschimmeln von Käse)

Anhand dieses einfachen Modells kann man sich gut selbst überlegen, welche Einwirkungen man sinnvollerweise kombinieren kann, um ein Lebensmittel sicher, nährstoffschonend und möglichst energiesparend zu konservieren.

Dann durften wir uns durch ein großes Buffet selbst haltbargemachter Sachen kosten, die Julia und Gesine mitgebracht hatten: Von Bärlauchstengeln über Apfel-Birnen-Kraut bis hin zu Essig-Birnen.
Mit einer Menge Inspiration daraus gingen wir also in den praktischen Teil und stellten Pesto aus frischen Kräutern her, kochten einen riesigen Topf Muß aus Äpfeln, Birnen und (dem Geheimtipp) Zier-Quitten ein und setzten Gemüse zur milchsauren Fermentation an. Somit konnten wir alle drei Bereiche des Modells ausprobieren und uns dabei über Details, Erfahrungen und andere Rezepte austauschen.

Es war ein rundum gelungener Nachmittag in einem wunderschönen Garten. Und die milchsaure rote Beete blubbert nun in der Küche munter vor sich hin. :-)

Die Rezepte und Haltbarmach-Übersicht findet ihr hier

Danke an Gregor für den Text, an Britta für die Fotos und an deinHof für die Gemüse-Spenden!