Stadt(t)räume für Dresden – Eindrücke aus Diskussionen und Visionen

Stadt(t)räume für Dresden – Eindrücke aus Diskussionen und Visionen

Im Rahmen des Zukunftsstadt-Programms und des Umundu-Symposiums, das sich dieses Jahr dem Fokusthema Boden widmete, luden wir am vorletzten Wochenende zu zwei Veranstaltungen ein, die sich mit städtischem Boden und seiner Nutzung befassten. Mit der Diskussion dazu hatten wir bereits im September bei der politischen Runde unterm Pflaumenbaum begonnen.

In der Fishbowl-Diskussion unter dem Namen Stadt(t)räume 2030: Dresden zwischen Freiräumen und Verdichtung brachten wir Akteure aus Stadtverwaltung, Stadtrat und Bürgerschaft zusammen, um darüber zu diskutieren, wie Räume in unserer Stadt genutzt werden (sollten).

Die Teilnehmenden tauschten sich über Rahmenbedingungen, Herangehensweisen und Zwänge aus und diskutierten Bedarfe für die Zukunft. Dabei standen Fragen im Vordergrund wie:

  • Welche Verwendungs- und Umgangsformen brauchen wir für den Stadtraum der Zukunft?
  • Welche Möglichkeiten haben Stadtrat und Verwaltung, Flächen gemeinwohlorientiert, statt unter wirtschaftlichen Aspekten zu vergeben?
  • Welche Flächennutzungs-Konzepte braucht die Stadt, um für alle angenehm und lebenswert zu sein?

Thomas Pieper vom Stadtplanungsamt gab dabei einen spannenden Input zur Planung von städtischen Flächen und zeigte die Herausforderungen auf, die darin stecken, die vielen Interessen unter einen Hut zu bringen. In der Diskussion stellte sich weiter heraus, dass der Umgang mit gemeinwohlorientierten Projekten durchaus noch verbessert werden kann: So wurde der Sinn von begrenzten Zwischennutzungs-Angeboten, auf die Kultur- und Gemeinschaftsgarten-Projekte sich häufig einlassen müssen, heiß diskutiert. Auch wurde wieder einmal der Bedarf nach einer Koordinationsstelle deutlich, die Aktivitäten in der Stadtplanung überschaut und als konkreter Ansprechpartner die Bedürfnisse von Freiraumprojekten und Stadtverwaltung vermitteln kann.

Im anschließenden Visionierungs-Workshop Bäume, Häuser, Menschen – eine Vorstellungsreise lösten wir uns aus der Gegenwart und luden die Teilnehmenden ein, ihre Wünsche für die nachhaltige Entwicklung der Stadt anschaulich zu machen. Aus selbst eingebrachten Themenvorschlägen entstanden Kleingruppen, die jeweils einen Zeitungsartikel aus der Zukunft verfassten, in dem diese Vision schon wahr geworden sein würde.

Von der alternativen Nutzung bereits bestehender Gebäude wie der Altmarktgalerie, über neue Formen der Bürgerbeteiligung, hin zu spannenden Verkehrs und Grünflächenkonzepten: Die Kreativität und Lust der Teilnehmenden auf eine nachhaltigere Stadtkultur sprühten förmlich über.

An den energetischen Diskussionen in den Kleingruppen ließ sich schnell erkennen, dass es Spaß macht zu visionieren und sich auf positive Alternativen zu konzentrieren, statt sich nur mit Problemen zu befassen. Am Ende wurden alle Artikel vorgelesen und erzeugten alle viel Lachen und Applaus!

Die Ergebnisse aus beiden Veranstaltungen wurden festgehalten und werden sich in den weiteren Entwicklungen des Zukunftsstadt-Programms niederschlagen – und hoffentlich auch von den Beteiligten und anderen angesteckten Menschen in der Stadt aktiv weiter verfolgt.

Im Gartennetzwerk möchten wir nun klare politische Zielstellungen entwickeln, die wir (unter anderem zusammen mit dem Stadtverband der Gartenfreunde) in die Stadtgestaltung bringen können. Dabei sind Bedarfe, Ideen und Stimmen aus allen Gärten gefragt.

Dazu entwickeln wir auch weiterhin Formate, in denen wir Akteure aus Politik, Verwaltung und Initiativen näher zusammen bringen, um in Dresden Räume zu schaffen und zu erhalten, die von Bürgern selbst gestaltet und kreativ genutzt werden können – in denen unkommerzielles Miteinander und das gemeinsame Lernen von friedlichem Zusammenleben und nachhaltigen Lebensweisen möglich sind.

Gärten sind dabei für uns gute Anfangspunkte – aber auch andere Initiativen sind wichtig für ein nachhaltiges Stadtklima. Gerade in turbulenten Zeiten, wie diesen.

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Julie und Gregor